Kurzportrait
der Missionsarbeit der SIM im Tiefland Boliviens
mit Operationsbasis in Riberalta am Benifluss
Geografie und Geschichte
Ein Teil des riesigen südamerikanischen Amazonasbeckens ragt in den
Nordosten Boliviens hinein. Grün, heiß und feucht. Durch diesen
besonders tropischen Teil Boliviens schlängelt sich der breite, braune
Benifluss träge wie eine Anaconda durch das Urwalddickicht. An einem
etwas höhergelegenen Flussufer entstand vor ungefähr einem Jahrhundert
der Umschlagplatz des Rohgummihandels "Riberalta" –
"Hohes Ufer". Der Kautschuckpreis boomte und aus der Siedlung
wuchs im Laufe der Jahre ein Städtchen. Heute ist Riberalta eine rund
60000 Einwohner zählende Urwaldstadt mit einem weiten Einzugsgebiet
für Paranüsse und Holz.
SIM in Riberalta – Auftrag, Ziel und Weg
Im Jahre 1975 kaufte die SIM ein Stück Land, um ein Missionszentrum
aufzubauen.
Den Tieflandindianern in ihre Kultur das frohmachende Evangelium von
Jesus Christus hineinzusprechen ist seither der Auftrag. Das Ziel: eine
selbstständige einheimische Kirche und gewachsener, gelebter Glaube,
der Jesus Christus als Lebenssinn und –inhalt hat. Der Weg: die
theologische Ausbildung und die sozial-diakonische Hilfe soll die
Indianerchristen zu eigener Verkündigung und Hilfe in ihren
Indianerdörfern befähigen.
Multikulturelles Team
Das Team, welches in den verschiedenen Arbeitsbereichen der
Missionsarbeit tätig ist, stellt sich aus einheimischen Mitarbeitern
verschiedener Stammesgruppen, Bolivianern, Schweizern und Deutschen
zusammen. Gemeinsam leben, beten und arbeiten geht nur durch
Verständnis und Gesprächsbereitschaft mit Herz, Ohren und Mund.
Interkulturelle Arbeit
Unser breitester Arbeitsbereich ist die theologische Ausbildung zur
Vertiefung des Glaubens und zur Reifung des persönlichen Charakters.
Diese Ziele streben wir in 4 Kursen á 3 Monaten in der Bibelschule auf
dem Missionszentrum an. Auch führen wir kürzere Stammesbibelkurse in
verschiedenen Indianergruppen durch. Ein Programm zum angeleiteten
Selbststudium der Bibel ergänzt die Palette im theologischen Bereich.
Auch Kinder und Jugendliche sollen ihrem Alter gemäss in der
einheimischen Kirche Heimat finden.
Der wichtigste unserer Schwerpunkte in der sozial-diakonischen Hilfe
ist die Krankenbetreung der Indianergruppen, deren Stammesgebiet in der
Nähe Riberaltas liegt. Darin eingeschlossen ist eine
Sanitäterausbildung sowie Schulung der Familien in vorbeugenden
Massnahmen im Bereich der Hygiene und Ernährung.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die landwirtschaftliche Beratung und die
Durchführung von Kleintierprojekten in Zusammenarbeit mit einzelnen
Stammesdörfern.
Die ganze Arbeit wird nicht nur in Riberalta vor Ort auf der
Missionsstation getan, sondern erfordert von uns interkulturellen
Mitarbeitern viel Besuchsreisen, Kenntnis der unterschiedlichen
Stammeskulturen, einen angemessenen Kontakt zu den Einheimischen, aber
auch Weisheit und Geduld in Entscheidungsprozessen.
So durchzieht in Bolivien Tag für Tag unser Leben und Arbeiten das
Motto der SIM:
"Mit
Südamerikanern unterwegs"